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Nach minuzuiöser Planung, starteten wir am Montag dem 9. August zu unserer SOFI-Expedition. Die Teilnehmer setzten sich aus dem astro!nfo-Team und einiger unserer Bekannten zusammen. Zusätzlich reiste ein Team des Schweizer Fernsehens mit, die ein Beitrag für die Tagesschau drehten. So reiste eine stattliche Gruppe von 22 Leuten einem einmaligen Abenteuer entgegen....
Während der Planung setzte sich die Meinung durch, dass man sich nicht auf einen geografischen Punkt festlegen sollte, da das europäische Wetter auch Mitte August Kapriolen schlagen kann. Wir einigten uns nach Wasserburg in Bayern zu fahren, da man sich dann in der Mitte der zwei möglichen Extreme, Frankreich und Ungarn befände.
Bei der Ankunft in Wasserburg trafen wir wunderbares Sommerwetter an, bei dem dann der Beitrag für das schweizer Fernsehen gedreht wurde. Doch schon am Abend begannen sich bedrohliche Gewitterwolken zusammenzuziehen... Die Langzeitwetterprognosen sagten unbeständiges und regnerisches Wetter voraus, ein bevorzugtes Beobachtungsgebiet war noch nicht auszumachen.
Am Dienstag nach dem Frühstück wurde die Wetterlage anhand der neuesten Satelitenbilder und Wettervorhersagen beurteilt, die wir uns über Laptop und Mobiltelefon besorgten. Die Lage war schwierig, denn die verschiedenen Wettermodelle waren keineswegs einheitlich. Eigentlich konnte man keine komplett wolkenfreien Gebiete erkennen, ganz Europa schien sich unter einer Wolkendecke verstecken zu wollen.
Der einzige fixe Anhaltspunkt war, dass eine Kaltfront von Nordwesten her über den europäischen Kontinent ziehen würde. Bis zum Mittwoch sollte sie den grössten Teil Frankreichs überquert haben und auf der Rückseite der Front wäre dann mit auflockernder Bewölkung zu rechnen.
Das von den Statistiken im Vorfeld favorisierte Ungarn, würde laut Prognosen ebenfalls unter einer Wolkendecke liegen und es wäre mit starken Gewittern zu rechnen.
Bei dieser unsicheren Ausgangslage wurde die Enstscheidung gefällt, sich nach Frankreich zu begeben um dann kurzfristig den endgültigen Beobachtungsort zu suchen.
Der grösste Teil der Gruppe setzte sich am Nachmittag in Bewegung. Die restlichen warteten im Hotel den abendlichen Wetterbericht ab um eventuell noch eine andere Entscheidung treffen zu können. Doch die Prognosen waren unverändert und nach Rücksprache mit dem Meteo-Team des Schweizer Fernsehens entschloss sich dann auch der Rest die Reise gegen Westen anzutreten.
Die ganze Gruppe traf sich dann um sechs Uhr des folgenden Tages bei einer Raststätte östlich von Metz wieder. Alle waren noch ein bischen müde von der langen Anreise, als man sich die neuesten Wetterberichte im französichen Radio anhörte.
Die Störung war noch nicht vollständig abgezogen, doch die Meteorologen rechneten mit Aufhellungen in den nächsten Stunden. Die besten Chancen auf eine klare Sicht zur Sonne gaben die Wetterfrösche dem Gebiet zwischen Metz und Reims, also waren wir theoretisch schon im richtigen Gebiet.
Wir fuhren weiter in Richtung Westen. Nördlich von Verdun suchten wir einen geeigneten Beobachtungsort und fanden ein abgemähtes Getreidefeld, auf dem wir genug Platz fanden um unsere Fahrzeuge und unsere Geräte aufzubauen.
Die Zeit bewegte sich vorwärts und noch immer liessen die Aufhellungen auf sich warten. Petrus scheint wohl den Wetterbericht verpasst zu haben...
Weitere Minuten vergingen doch es waren praktisch keine Aufhellungen auszumachen, der erste Kontakt musste in der Zwischenzeit bereits stattgefunden haben. Da begannen sich kleine blaue "Störungen" in der sonst kompakten Wolkendecke zu zeigen und die Hoffnung stieg wieder.
Da plötzlich trafen sich die Sonne und eine der kleinen Wolkenöffnungen und von rundherum war ein Aah... und Ooh... zu hören. Die Öffnungen gaben den Blick jeweils nur für wenige Sekunden frei, bevor sich die Sonne wieder hinter die Wolken zurückzog. Während dieser Zeit war regelmässiges Klicken aus der Richtung jener zu hören, die das Ereigniss auf Film bannen wollten.
Fünf Minuten vor der Totalität zeigte sich die Sonne nur noch als kleine Sichel bevor sie wieder verschwand. Die Blicke wanderten in die Richtung, aus der die Wolkendecke auf uns zukam, da war tatsächlich eine grössere blaue Öffnung die sich auf uns zubewegte ... Stimmt die Geschwindigkeit?
... und tatsächlich die Öffnung traf genau zum rechten Zeitpunkt auf die Sonne, das Licht wurde immer schwächer und die Stimmung schien unwirklich als der letzte Rand der Sonne hinter dem Mond verschwand und den Blick auf die Korona freigab.
Jeder war in sein persönliches Beobachtungsprogramm vertieft, einige fotografierten, andere filmten und wieder andere genossen den Anblick durch ein Fernglas. Die zwei Minuten flogen nur so vorbei und als das Licht am Mondrand wieder stärker wurde, war der Jubel in unserer Gruppe unbeschreiblich, hatten doch nur noch die grössten Optimisten damit gerechnet, dass wir die Totalität zu Gesicht bekämen.
Von allen Seiten war zu hören: " .... unglaubliches Glück gehabt !!" Dann knallten die Sektkorken und die vor kurzem noch finsteren Minen waren aufgehellt und alle liesen sich von der ausgelassenen Stimmung anstecken.
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