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Schwarze Sonne über Afrika

Totale Sonnenfinsternisse im Südlichen Afrika

Die ersten beiden totalen Sonnenfinsternisse des 21. Jahrhunderts finden beide im Südlichen Afrika statt. Die erste fand am 21. Juni 2001 statt und erreichte eine maximale Dauer der totalen Verfinsterung von knapp 5 Minuten. Sie fand während der Trockenzeit statt. Deshalb konnten sie viele Finsternisreisende bei klarem Himmel erleben. Die zweite Finsternis wird am 4. Dezember 2002 eintreten.

Hintergrundinformationen

Sonnenfinsternisse im südlichen Afrika
Hier gibt es die Karte als 150k JPG

Verlauf der ersten beiden totalen Sonnenfinsternisse des 21. Jahrhunderts im südlichen Afrika. Die dunklen, leicht gebogenen Streifen zeigen die Gebiete totaler Sonnenfinsternis. Die Markierungen in der Mitte des Streifens auf der Zentralline geben die Position des Kernschattens in Intervallen von 2 Minuten wieder.

Sonnenfinsternis 21.06.2001 in Sambia
Hier gibt es die Karte als 125k JPG

Verlauf der ersten totalen Sonnenfinsternis des 21. Jahrhunderts durch Sambia. Der dunkle Streifen stellt das Gebiet mit totaler Sonnenfinsternis dar. Die fast senkrechten Linien im Streifen geben die Position des Kernschattens in Intervallen von 2 Minuten wieder. Für drei Positionen ist oberhalb der nördlichen Begrenzung des Streifens die genaue Uhrzeit in Lokalzeit (= UTC + 2 Stunden), die Dauer der Totalität und die Sonnenhöhe über dem Horizont in Grad angegeben. Die innerhalb des Streifens totaler Sonnenfinsternis verlaufenden Linien parallel zum Streifen geben die Dauer der Totalität an. 2 steht für 2 Minuten, 3 für 3 Minuten und 4 für 4 Minuten Dauer der totalen Verfinsternung der Sonne durch den Mond. In der Mitte des Streifens dauert die Finsternis am längsten, doch geht die Finsternisdauer auf der Zentralline über Sambia von Westen nach Osten von gut 4 Minuten auf 3.5 Minuten zurück.

Klickbare Karten 2001: Klickbare Karten 2002:
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21. Juni 2001

Die Finsternis von 2001 findet astronomisch gesehen unter bedeutend günstigeren Bedingungen statt, als die von 2002. Dennoch schränken politische, meteorologische und astronomische Gesichtspunkte die Wahl des Beobachtungsortes ein. Astronomisch gesehen wird die maximale Dauer im Atlantik vor der Küste von Angola erreicht. An der Küste selbst dauert die Totalität noch fast fünf Minuten. Während der Wanderung des Kernschattens des Mondes Richtung Indischer Ozean werden die Beobachtungsbedingungen allmählich schlechter. Die Finsternisdauer nimmt ab und die Sonne steht immer tiefer am Nachmittagshimmel. An der Grenze Angola - Sambia ist noch 4 Minuten Totalität bei noch einer guten Sonnenhöhe von fast 40 Grad zu erwarten. Der Kernschatten des Mondes ist dabei 183 km breit. Folgt man dem Pfad der totalen Sonnenfinsternis weiter, so erreicht er schliesslich die hin und wieder als Beobachtungsort genannte Insel Madagaskar. Madagaskar bietet jedoch keine guten Bedingungen mehr. Die Totalitätsdauer sinkt auf die Hälfte des ursprünglichen Maximalwerts bei ungünstig tiefen Sonnenstand kurz vor Sonnenuntergang. Der Kernschatten verlässt die Erde kurz nach Madagaskar beim Sonnenuntergang über dem Indischen Ozean.

Politische Gesichtspunkte lassen eine Reise nach Angola nahezu als ausgeschlossen erscheinen. Auch vor Reisen nach Mosambique abseits der üblichen Routen wird wegen der vielen vergrabenen Minen gewarnt. Eine Analyse von Satellitenbildern zeigt, dass im Juni manchmal Wolken von Indischen Ozean in das Landesinnere bis in die Mitte Sambias vordringen können. Somit gibt es auch meteorologische Gründe, die gegen Mosambique und auch etwas gegen Simbabwe sprechen. Der beste Kompromiss zwischen Astronomie, Meteorologie und Politik scheint also der Westen Sambias zu sein.

4. Dezember 2002

 
Auf der Zentrallinie im Norden Botswanas. Hier wird die totale Sonnenfinsternis gut 70 Sekunden dauern. Beim Eintreffen des Kernschatten des Mondes wird die Sonne hier 35 Grad hoch stehen. Foto: R. Brodbeck.
 

Die zweite totale Sonnenfinsternis findet am Morgen des 4. Dezember 2002 statt. Im Vergleich zum 21. Juni 2001 ist der Mond weiter von der Erde entfernt, deshalb ist der Kernschatten deutlich kleiner. Er bewegt sich vom Sonnenaufgang über dem Atlantik vor Angola her kommend rasch über den Kontinent hinweg. Von der Küste Angolas, wo die Totalität um 5:56 UTC nur etwa 50 Sekunden dauert, bis zur Küste von Mozambique braucht er nur eine gute halbe Stunde. Immerhin ist in Mozambique die Dauer der totalen Sonnenfinsternis auf 1 Minute 40 Sekunden bei guten 48 Grad Sonnenhöhe angestiegen. Die Totalität tritt dort um 6:31 UTC ein. Der Schatten ist 80 km breit. Nach Mozambique rast der Mondschatten über den südlichen Indischen Ozean. Irgendwo über der Wasserwüste wird eine maximale Totalitäsdauer von gut 2 Minuten erreicht. Kurz vor dem Verlassen der Erde erreicht der Mondschatten noch die Australische Küste bei Ceduna. Bei nur 9 Grad Sonnenhöhe kann der Mond die untergehende Sonne um 9 Uhr 10 UTC lediglich knapp 40 Sekunden lang vollständig abdecken. Eine Minute später verlässt der nun auf 30 km Breite geschrumpfte Kernschatten im Landesinneren nordöstlich des Lake Frome die Erde.

© Roland Brodbeck und Arnold Barmettler für Text, Bilder und Graphik auf allen Seiten im Domain http://eclipse.astroinfo.org/ falls nicht anders vermerkt. Jede Verwendung des hier publizierten Materials ist ohne schriftliches Einverständnis der Autoren untersagt.



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20.12.2006 23:59 Uhr, Dr. Roland Brodbeck

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