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Der Merkurtransit vom 7. Mai 2003

Am Vormittag des 7. Mai 2003 wird der Planet Merkur als schwarzer Punkt über die Sonnenscheibe ziehen. Seit dem 11. November 1973 fand kein Merkurtransit mehr statt, der vom deutschen Sprachraum aus zu sehen gewesen wäre (1). Somit werden viele jügere Amateurastronomen ihren erste Transit eines Planeten erleben. Das Ereignis dauert von 7 Uhr 11 bis 12 Uhr 32 Sommerzeit. Die Sonne geht Anfang Mai bei uns schon vor 6 Uhr auf. Da ein gutes Jahr später auch Venus vor der Sonnenscheibe zu sehen sei wird, kann man den Merkurtransit als Generalprobe für den ersten Venustransit seit &uum;ber hundert Jahren ansehen.

Weg des Merkurs über die Sonnenscheibe im Jahre 2003

Grafik 1: Im invertierenden Teleskop wandert Merkur wie in der Graphik dargestellt über die Sonnenscheibe. Die Sonnenflecken sind eine Momentaufnahme vom 10. April 2002. (Grafik von R. Brodbeck, Rendering und Berechnungen A. Barmettler, CalSKY.com).

Obwohl Merkur alle 116 Tage zwischen Erde und Sonne hindurch läuft - der Astronom spricht von unterer Konjunktion des Merkurs mit der Sonne -, steht der innerste Planet des Sonnensystems nur alle paar Jahre dabei so nahe an der Verbindungslinie Erde Sonne, dass er als schwarzer Punkt vor der Sonne steht.

Der nicht zentral verlaufende Transit vom  7. Mai 2003 wird  von 7 Uhr 11 bis 12 Uhr 32 Sommerzeit und somit gut fünf Stunden dauern.  Da die Sonne bei Beginn schon relativ hoch stehen wird, kann das Ereignis von beginn weg bequem von Mitteleuropa verfolgt werden. Die Kontaktzeiten variieren  nur leicht, da sich die Grenze des Merkurschattens nur etwa eine Minute benötigen wird, um den deutschen Sprachraum zu überqueren.

Der Merkurtransit wird global überall dort beobachtbar sein, wo die Sonne über dem Horizont stehen wird. Zu Beginn des Transits scheint die Sonne über Europa, Asien und Australien. Zum Ende des Transits, ist Europa und Afrika sowie die westlichere Hälfte Asiens  im Sonnenlicht. Amerika geht fast leer aus. Der Nordosten wird noch das Ende des Transits mitbekommen.

Da ein gutes Jahr später auch Venus vor der Sonnenscheibe etwa in den gleichen Gebieten zu sehen sein wird, kann man den Merkurtransit als Generalprobe für den ersten Venustransit seit über hundert Jahren ansehen.

Verlauf des Merkurtransits vom 7. Mai 2003 von Deutschland aus gesehen:

1. Kontakt um 07 Uhr 11 Sommerzeit, Merkur berührt die Sonnenscheibe von aussen, Sonnenhöhe 15°
2. Kontakt um 07 Uhr 15 Sommerzeit, Merkur berührt die Sonnenscheibe von innen,  Sonnenhöhe 15°
3. Kontakt um 12 Uhr 28 Sommerzeit, Merkur berührt die Sonnenscheibe von innen,  Sonnenhöhe 54°
4. Kontakt um 12 Uhr 32 Sommerzeit, Merkur berührt die Sonnenscheibe von aussen, Sonnenhöhe 54°
Sie können sich von CalSky eine Tabelle der weiterer Vorübergänge für jeden beliebigen Ort auf der Erde berechnen lassen.

Bezüglich des Horizonts ist Merkur auf der als Zifferblatt gedachten Sonnenscheibe zu Beginn Richtung 10 Uhr, zur Mitte etwa Richtung 12 Uhr und zum Ende des Transits Richtung 2 Uhr zu finden. Denken Sie daran, dass sich das winzige Merkurscheibchen nur in einem für die Sonnenbeobachtung ausgerüsteten Teleskop zeigen wird.

Ort 1. Kontakt 2. Kontakt Mitte 3. Kontakt 4. Kontakt
Berlin 05:11:29 05:15:54 07:52:06 10:28:05 10:32:30
Wien 05:11:40 05:16:05 07:52:08 10:27:58 10:32:22
Zürich 05:11:34 05:16:00 07:52:11 10:28:07 10:32:31
New Delhi 05:12:33 05:17:00 07:51:16 10:25:47 10:30:14
Peking 05:11:45 05:16:11 07:50:50 10:25:58 10:30:26
Moskau 05:11:26 05:15:52 07:51:42 10:27:29 10:31:54
Pretoria 05:14:40 05:19:09 07:52:52 10:26:22 10:30:50
Tabelle 1: Verlauf des Merkurtransits vom 7. Mai 2003 für verschiedene Orte in Weltzeit (Sommerzeit = Weltzeit + 2 Stunden).

Beobachtungshinweis

DIE UNGESCHUETZE BEOBACHTUNG DER SONNE IST GEFAEHRLICH! Ohne vom Hersteller zur Sonnenbeobachtung ausdrücklich zugelassene Filter darf die Sonne niemals mit einem Fernglas oder Fernohr beobachtet werden. Verwenden Sie zur Beobachtung der Sonne zu diesem Zweck zugelassene Objektivfilter.

Auch der Blick von blossem Auge zur Sonne ist gefährlich. Verwenden Sie auch dazu speziell zu diesem Zweck hergestellte Brillen. Diese nennt man „Finsternisbrillen“, da die meisten Leute nur bei einer partiellen oder ringförmigen Phase einer Sonnenfinsternis auf die Idee kommen, zur Sonne zu blicken. Der Schutz gilt dem gleissend hellen Sonnenlicht und nicht irgendwelchen Strahlen, die nur bei einer Sonnenfinsternis entstehen. Deshalb muss man immer, d.h. auch wenn gerade keine Sonnenfinsternis im Gange ist, eine Finsternisbrille tragen, wenn man von blossem Auge in die Sonne blickt. Verwenden Sie eine Finsternisbrille AUF KEINEN FALL für den Blick durch ein ungeschütztes Fernglas oder Fernrohr. Beachten und befolgen Sie die Benützungshinweise auf Ihrem Sonnenfilter oder auf Ihrer Finsternisbrille. Wer nur wenig oder keine eigene Erfahrung in der Beobachtung der Sonne besitzt, schliesst sich am Besten der öffentlichen Fürung einer Volkssternwarte an.

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(1) Am 13. Nov. 1986 fand ein Merkurtransit statt, dessen Ende bei Sonnenaufgang gerade noch vom Südosten des deutschen Sprachraumes aus zu sehen war.



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21.12.2006 00:00 Uhr, Dr. Roland Brodbeck

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